Eulenkreuz: Tafel 2

Vom Eulenkreuz, kopflosen Reitern, wilden Frauen und furchtsamen Schatzgräbern

Eine der bekanntesten Sagen des Löstertals ist die Sage vom Eulenkreuz. Das Kreuz erinnert an einen traurigen Todesfall vor vielen Jahren, als zur Winterzeit ein müder Bauersmann mit Schafwolle unterwegs aus dem Primstale nach Wadern war. Vor Kälte und Erschöpfung sank der Bauer auf der Höhe nieder und erfor. Erst als der tiefe Schnee im Frühling weggetaut war, umschwirrten Eulen den Leichnam und die Leute fanden den Toten. An der Unglücksstelle wurde ein Kreuz errichtet, das bis heute den Namen Eulenkreuz trägt.

 

Auch Hexen sollen hier ihr Unwesen getrieben haben. Vier Schlösser mit reichen Schätzen sollen an diesem Platz untergegangen sein, die viele Schatzgräber anlockten. Doch keiner konnte bis jetzt sein Glück finden.

Auf dem Weg bis Kostenbach können dem Wanderer noch viele andere Geister begegnen. Ein Reiter ohne Kopf und Kragen ist des Nachts bei Buweiler gesehen worden. Eine wilde Frau versucht unweit von Oberlöstern an einem steilen Abhang zur Löster hin Kinder in den tödlichen Abgrund zu stoßen. Ein Marksteinrücker, der unrechtmäßig die Grenzsteine versetzte, findet keine Ruhe und schließlich erzählte man sich die Geschichten vom unheimlichen Hund im Latzenhaus und dem Backesmännchen in Kostenbach, das am Dorfbackofen allerlei Schabernack mit den Frauen trieb.